CSD Pirna e.V.
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Grußwörter

2017

Bundesministerin Dr. Ursula von der Leyen

Bundesministerin Dr. Ursula von der Leyen

Grußwort der Bundesministerin

Dr. Ursula von der Leyen anlässlich des

Christopher Street Days

am 8. Juli 2017 in Pirna

Sehr geehrte Damen und Herren,

bereits zum sechsten Mal wird der Christopher Street Day in Pirna gefeiert. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigen deutlich: Vielfalt ist eine Bereicherung. Diskriminierung und Intoleranz haben in unserer Gesellschaft keinen Platz.

Im Jahr 1969 wehrten sich in New York erstmals homosexuelle Menschen gegen Polizeiwillkür. Seitdem wurde viel erreicht.

Die Regelung, die Homosexualität unter Strafe stellte, wurde abgeschafft und das Gesetz über eingetragene Lebenspartnerschaften wurde verabschiedet. Diesen Weg müssen wir weitergehen.

Auch die Bundeswehr profitiert von der Vielfalt der Lebensentwürfe. Die Menschen sehen die Dinge aus unterschiedlichen Perspektiven, entwickeln unterschiedliche Ideen, haben unterschiedliche Lösungsansätze und bringen unterschiedliche Erfahrungen ein.

Bis Ende 2017 soll ein Konzept zur Vielfalt und Inklusion in der Bundeswehr vorgelegt werden. Deswegen wurde imJanuar der Workshop

„Sexuelle Orientierung und Identität in der Bundeswehr“ durchgeführt.

Dort haben sich rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die sexuelle Vielfalt in der Bundeswehr ausgetauscht.

Mit dem CSD in Pirna setzen Sie ein Zeichen für die Gleichberechtigung von Menschen mit unterschiedlichen sexuellen Neigungen. Es geht um Respekt und Anerkennung.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Christopher Street Day und allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern viel Spaß!

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Ursula von der Leyen

2016

Petra Köpping, Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration

Petra Köpping

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte dem CSD Pirna e.V. ganz herzlich gratulieren, dass es ihm gelungen ist, zum 5. Mal in Folge einen Christopher Street Day in Pirna auf die Beine zu stellen. Diese Veranstaltung ist wichtig und notwendig, denn von ihr geht ein ganz bedeutsames Signal aus. Es zeigt, dass hier Menschen akzeptiert werden, so wie sie sind. Es zeigt, dass das Leben bunt und vielfältig ist – und auch sein darf. Und es zeigt, dass beharrliches Engagement gegen Diskriminierung und Intoleranz Früchte trägt. „Pirna zeigt Vielfalt“ so lautet das diesjährige Motto des CSD. Damit verbunden ist auch der Wunsch, die Akzeptanz für vielfältige Lebens-und Liebesweisen politisch zu verankern. Auf diesem Weg müssen noch einige Hürden gemeistert werden. Ich weiß dabei, die sächsischen Organisatorinnen und Organisatoren des CSD als zuverlässige und kompetente Partnerinnen und Partner an unserer Seite. Ich danke Ihnen für Ihren Einsatz und wünsche Ihnen einen erfolgreichen CSD in Pirna.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Petra Köpping

2015

Susann Rüthrich, SPD-Bundestagsabgeordnete für Pirna

Susann Rüthrich, SPD-Bundestagsabgeordnete für Pirna

Menschenwürde und sexuelle Selbstbestimmung gelten für alle!

Als zuständige SPD-Bundestagsabgeordnete für Pirna, Mitglied im Familienausschuss und der Kinderkommission des Deutschen Bundestages steht für mich völlig außer Frage: Es gibt keine Rechtfertigung dafür, dass Lesben, Schwule, Bi-, Trans * und Inter * nicht ebenso frei, gleichberechtigt und selbstbestimmt leben und lieben sollten wie ihre heterosexuellen Nachbarinnen und Nachbarn!

Deswegen ist es ein wichtiges Signal, dass der CSD auch dieses Jahr wieder mitten Pirna auf dem Markt stattfindet. Denn Vielfalt muss sichtbar sein - und gerade auch abseits der Großstädte ohne Angst vor blöden Sprüchen oder gar Gewalt selbstverständlich gelebt werden können. Nicht nur einmal im Jahr, sondern jeden Tag! Pirna – Stadt der Toleranz als Motto bringt das treffend auf den Punkt.

Dazu gehört für uns auch ein wirksamer Schutz vor Diskriminierung und Gewalt. Wir wollen den Nationalen Aktionsplan gegen Rassismus um die Merkmale Homo- und Transphobie erweitern, um damit ein deutliches Zeichen zu setzen.

Die SPD will alle Familienformen gleich behandeln. Wichtig ist, dass Kinder Liebe, Geborgenheit und Fürsorge erfahren. Dies ist in Vater-Mutter-Kind-Konstellationen, bei Alleinerziehenden, in Patchwork- oder Regenbogenfamilien gleichermaßen der Fall. Daher war die Sukzessivkindadoption eine wichtige Etappe auf dem Weg zur völligen Gleichstellung von Lebenspartnerschaften mit der Ehe.

Leider ist mit der Union die gemeinsame Adoption für LebenspartnerInnen sowie die Öffnung der Ehe (bisher) nicht zu machen. Die Union muss in dieser Frage endlich in der gesellschaftlichen Realität ankommen! Der Zeitpunkt für eine Öffnung der Ehe auch in Deutschland ist längst da. Ich unterstütze ausdrücklich den Vorschlag der Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders, alle Abgeordneten des Bundestages in dieser Frage frei und ohne Fraktionszwang abstimmen zu lassen.

Wir haben aktuell ein neues Gesetz auf den Weg gebracht, mit dem wir bis zum Jahresende in 23 verschiedenen Gesetzen und Verordnung bestehende Ungleichbehandlungen von LebenspartnerInnen und Eheleuten abschaffen werden. Dieser Schritt ist wichtig- aber es muss endlich weiter gehen. Die Zeit ist reif für die Öffnung der Ehe. Leider verschließt sich unser Koalitionspartner im Bund und in Sachsen stur der gesellschaftlichen Realität. Doch wir bleiben hartnäckig in unserem Kampf um volle rechtliche Gleichstellung.

Gerade als Dresdnerin wünsche ich mir, dass wir alle gemeinsam Ausgrenzungen und Diffamierungskampagnen gegen Minderheiten auch künftig überall entschieden die rote Karte zeigen! Denn Stimmungsmache gegen Flüchtlinge und Asylbewerberinnen und Asylbewerber wird schnell zur generellen Ablehnung und zum Hass auf „das Fremde“.

Wenn montags gegen den angeblichen „Terror der schwul-lesbisch-queeren intersexuellen Minderheit“ gehetzt wird, oder „besorgte Eltern“ gegen eine altersgemäße Vermittlung von sexueller Vielfalt in Kita und Schule wettern, so sind dies Angriffe auf die Grundlagen unserer bunten und vielfältigen Gesellschaft insgesamt. Jeder und Jede hat das Recht, sich frei und sicher zu entfalten. Ein gesellschaftlicher Roll-back ist mit uns nicht zu machen!

Im Bundestag will ich in einer fraktionsübergreifenden Initiative dafür sorgen, dass wir das Selbstbestimmungsrecht von intersexuellen Kindern stärken und so genannte „geschlechtsangleichende OPs“ an Babies und Kleinkindern verbieten. Denn die Menschenwürde und das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung gelten für alle!

Ich wünsche allen Organisatorinnen und Organisatoren des CSD Pirna alles Gute und allen Gästen viel Spaß.

Herzliche Grüße
Ihre und Eure

Susann Rüthrich
SPD-Bundestagsabgeordnete

Volker Beck, MdB Bundesfraktio BÜNDNIS 90DIE GRÜNEN

Volker Beck, MdB Bundesfraktio BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Lieber Teilnehmerinnen und Teilnehmer, liebe Homolobby,

der Christopher-Street-Day ist eine Demonstration von lesbischem, schwulem, bi- und transsexuellem Selbstbewusstsein. In vielen Städten wird zu diesem Anlass die Regenbogenfahne am Rathaus gehisst. Der Christopher-Street-Day gehört vielerorts ganz selbstverständlich dazu. Es ist eine große Freude, dass Pirna auch zu diesen Städten gehört und jetzt seinen vierten CSD feiert! Dass das möglich ist, haben wir dem jahrelangen Aktivismus und dem Ringen um gleiche Rechte zu verdanken.

Grade erst hat der Surpreme Court in den USA das Heiratsverbot für Homosexuelle gekippt. Damit reiht sich die USA ein in eine Reihe von über 20 Ländern auf sechs Kontinenten, die bereits die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare eingeführt haben. Wenn Deutschland sich nicht gleichstellungspolitisch lächerlich machen will, muss es endlich Anschluss an die internationale Rechtsentwicklung finden! Frau Merkel muss ihren Widerstand gegen gleiche Würde und gleiche Rechte für Lesben und Schwule endlich aufgeben! Wir kämpfen auch hier weiter für die Eheöffnung. Solange, bis an jedem Standesamt auch die Regenbogenflagge wehen kann.

Es gibt im Bereich Gleichberechtigung und Aufklärung über queeres Leben immer noch viel zu tun, denn Vielfalt wird von vielen immer noch nicht akzeptiert. Eine rechte Backlash-Bewegung, angetrieben von enthemmten Schreiberlingen wie Matussek oder Pirinçci erträgt die Vorstellung nicht, dass Homosexuellen die gleichen Rechten zustehen wie ihnen selbst. Besorgnisseregende Eltern versuchen ihre Homophobie unter dem Deckmantel des Kinderschutzes in die Mitte der Bevölkerung zu tragen. Man muss schon einiges an Problemen haben, wenn man sich selbst durch Gleichberechtigung anderer abgewertet fühlt.

Es gilt, das Erreichte gegen diese Bewegung selbstbewusst zu verteidigen. Die Mehrheit in unserem Land haben wir grundsätzlich auf der Seite von Gleichberechtigung und Respekt. Aber die Mehrheit muss auch die Stimme erheben und deutlich eine Kultur des Respekts einfordern. Die Voraussetzung dafür ist die Akzeptanz von Verschiedenheit. Auch dabei hilft der CSD in Pirna: Zu zeigen, dass verschiedene Identitäten, Lebensweisen und Lebensentwürfe als Teil unserer Gesellschaft verstanden werden.

In diesem Sinne wünsche ich dem CSD in Pirna viel Erfolg und allen Teilnehmenden viel Spaß.

Volker Beck

Quelle: http://csd-pirna.de/Gru%C3%9Fw%C3%B6rter